Diwali

Diwali – Das Lichterfest, das die Dunkelheit erhellt

Diwali, auch bekannt als Deepawali, ist eines der bedeutendsten hinduistischen Feste, das jeden Herbst gefeiert wird — in der Regel zwischen Oktober und November. Der Name stammt vom Sanskrit-Wort deepavali, was „Licherreihe“ bedeutet. Dieses fünftägige Fest symbolisiert den Triumph des Guten über das Böse, des Wissens über die Unwissenheit und des Lichts über die Dunkelheit.

Die Ursprünge der Tradition

Die Wurzeln von Diwali reichen Tausende von Jahren zurück. Einer der bekanntesten Legenden zufolge erinnert das Fest an die Rückkehr des Gottes Rama nach Ayodhya nach seinem Sieg über den Dämon Ravana. Die Bewohner zündeten Tausende von Öllampen — Diyas — an, um ihrem König in einer mondlosen Nacht den Weg zu leuchten. Eine andere Tradition verbindet Diwali mit der Wohlstandsgöttin Lakshmi, die die Gläubigen durch das Entzünden von Lampen und das Erstellen bunter Pulvermuster, sogenannter Rangoli, in ihre Häuser einladen.

Fünf Tage der Feier

Jeder Tag von Diwali hat seine eigene Bedeutung. Der erste, Dhanteras, ist der Göttin Dhanwantari und der Tradition gewidmet, Gold oder Gefäße zu kaufen. Der zweite ist Naraka Chaturdashi, ein Tag der symbolischen Reinigung. Der dritte Tag — das eigentliche Diwali — ist die Nacht der tausend Lichter, Gebete an Lakshmi und Familientreffen bei Süßigkeiten. Der vierte Tag markiert das hinduistische Neujahr, und der fünfte, Bhai Dooj, feiert die Geschwisterbindung.

Die Andamanen – Diwali ohne Feuerwerk

Eine besonders interessante Art, Diwali zu feiern, findet sich auf den Andamanen und Nikobaren — einem Archipel im Indischen Ozean, der administrativ zu Indien gehört. Er beherbergt eine Mischung aus Gemeinschaften aus verschiedenen Teilen des Subkontinents — Bengalen, Tamilen, Telugu-Sprecher und Nachkommen von Gefangenen, die von den Briten hierher deportiert wurden. Diese Multikulturalität verleiht dem lokalen Diwali einen einzigartigen, synkretistischen Charakter.

Was die Andamanen von Mumbai oder Delhi unterscheidet, ist das nahezu vollständige Fehlen von Massenfeuerwerken. Die Gründe sind vielfältig. Der Archipel ist von einer der biologisch reichsten Umgebungen der Welt umgeben — Korallenriffe, Mangroveenwälder und einzigartige Tierwelt, die vor Lärm- und Feinstaubverschmutzung geschützt werden müssen. Die lokalen Behörden fördern seit Jahren umweltfreundlichere Feiern, und das Bewusstsein der Bevölkerung ist in dieser Hinsicht ausgeprägt.

Statt des Knalls von Feuerwerkskörpern leuchten die Andamanen von Hunderten von Diyas, die entlang der Küsten, vor den Häusern und an den Stränden aufgestellt werden. Familien treffen sich bei traditionellen Süßigkeiten wie Ladoo und Barfi, tauschen Geschenke aus und beten gemeinsam. Die festliche Atmosphäre ist ruhig, aber authentisch — näher an den ursprünglichen, spirituellen Wurzeln des Festes als an seiner modernen, lauten Form.

Licht wichtiger als Spektakel

Diwali auf den Andamanen erinnert daran, dass das Wesen dieses Festes nicht in spektakulären Shows liegt, sondern in der kleinen Flamme eines Diya, die jeder mit eigenen Händen entzündet. Diese Geste — persönlich, intim, fast meditativ — war stets das Herzstück der Tradition. In einer Welt, in der Diwali zunehmend mit Rekordkäufen und immer lauterem Feuerwerk verbunden wird, bewahren diese Inseln im Indischen Ozean etwas Unbezahlbares: die Stille, in der man das Licht wirklich hören kann.